Das Diaroma "Bietschtalbrücke" der BLS im Massstab HO

Die Bauwerke entlang der BLS-Strecke haben mich als Modelleisenbahner und Bauingenieur immer fasziniert. Im Jahr 1999 habe ich ein BLS-Diaroma gebaut, das auch im Verkehrshaus in Luzern ausgestellt worden war. Für das Diaroma habe ich zusammen mit Hr. Sven-Olof Olofsson / ENTEC einige BLS-typische Oberleitungsmasten nach original Unterlagen hergestellt. Ich wollte immer die Bietschtalbrücke als Modell bauen. Wie bekannt gibt es diese Brücke seit ein Paar Jahren als Modell von Faller auf dem Markt. Im Januar hat Hr. Peter Donzé / Roundhouse in Zürich mich gefragt, ob ich diese Brücke, die immer sein Traum gewesen war, für ihm bauen könnte. Freundlicherweise hat die BLS viele Unterlagen der Brücke und Fahrleitung und Farbbilder, wie das der Fall auch im Jahr 1999 war zur Verfügung gestellt. Hier möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei der BLS, insbesonere Hr. Martin Kocher / Leiter Bahnstrom für diese Unterstützung bedanken. Diese Brücke befindet sich in einer Kurve zwischen zwei Tunnelportalen. Das Modell von Faller ist als eine gerade Brücke angeboten. Während der Bauphase der Brücke habe ich auch festgestellt, dass das Modell Ca 33% gekürzt ist. Erstens musste das Faller-Modell umgebaut werden und dann sämtliche Bebauung, die nicht Bestandteil des Modells ist, demensprechend gekürzt werden um die gesamte Harmonie des 200 cm x 50 cm x 100 cm ( = H ) grossen Diaromas zu behalten. Das Faller-Modell wurde mit einer zusätzlichen Stahlkonstruktion auf der innen Seite für den Wanderweg ergänzt. Freundlicherweise hat FALLER für dem Umbau benötigte Teile zur Verfügung gestellt. Um das Diaroma so genau wie möglich zu bauen habe ich mit Hilfe von meines Kollegen den Abfangquertragwerk nach den original Unterlagen im Massstab HO hergestellt. Auf dieser Brücke findet man diese Abfangquertragwerke in zwei Stellen. Bisher hat niemand diese Konstruktion als Modell auf den Markt gebracht. Ich denke, wir haben es gut geschafft diese komplizierte Konstruktion im Modell umzusetzen, die für andere Modelleisebahnerbahner intressant sein kann. Die Fachwerks- konstruktion des Quertragwerkes haben wir aus Federstahl geätzt und anschliessend auf U-Balken aus Federstahl gelötet. Das gleiche gilt auch für die Abfangradsätze. Für die Fahrleitungsmasten habe ich 3 mm H-Profil aus neusilber benutzt. Sämtliche Ausleger und die Konsole für Doppelausleger bestehen aus geätztem Federstahl. Die BLS-typische Isolatoren hat ein anderer Kollege in Stockholm aus Kunststoff gegossen. Als Fahrdraht ist das 0,5 mm Profidraht von Sommerfeldt installiert worden.

Eine andere Sonderkonstruktion auf diesem Diaroma ist die Signalbrücke. Die hat nur eine Stütze und ist eine Seltenheit. Die Signalbrücke habe ich aus unterschiedlichen messing Teile zusammen- gebaut. Die funktionsfähige Signale ergänzen die Signalbrücke.

Auf dem Diaroma sind die ROCO-Gleise verlegt. Die Gleisabschnitte auf der Brücke weisen, wie beim Vorbild, Schutzgleise auf. Vor und nach der Stahlkonstruktion der Brücke sind die Gleise geschottert. Sämtliche Gleise sind farblich behandelt.

Die Tunnelportale, Stützmauern und die Tunnelgewölbe wurden aus Gibs gegossen.

Der Landschaftsaufbau erfolgte durch auf einer stabilen Holzgrundplatte geklebten Styrphorplatten. Diese wurden geschnitten und dann teilweise mit Gibs und teilweise mit Feinsand struktiert. Für die farbliche Gestaltung der Landschaft wurden handelsübliche Begrünungsmaterialien und Pigmentfarben benutzt. Die Bäume wurden teilweise von mir gebaut.

Das Diaroma ist voll Funktionsfähig und durch die Entfernung der abnehmbaren Deckeln an beiden Seiten kann man das Diaroma an anderen anschliessen und befahren. Diese Deckeln haben nur eine optische Funktion und sollen verhindern, dass Tageslicht durch die Tunnelröhre scheint, wenn das Diaroma als Schaustück aufgestellt wird. Glücklicherweise gibt es eine grosse Anzahl von BLS und SBB Modelle von ROCO, so dass man das Diaroma voll geniessen kann.

Das ist von den Leserinnen und Lesern zu beurteilen, ob die ganze Arbeit sich gelohnt hat.

Yalcin Barin / Stockholm
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